Gibt es einen Anfang und ein Ende?
War das Ei zuerst da, oder aber doch das Huhn?
Hat das Leben allgemein einen Sinn?
Ist oben wirklich oben? Oder ist unten nicht himmelblau?
Ist zwei und zwei fünf?
Warum hat eine Woche sieben Tage?
Gibt es eine Existenzform nach dem Tod?
Gibt es Autobusse auf Grönland?
Die merkwürdigen Zerdenk-Stücke des rumänisch-französichen Schriftstellers Eugène Ionesco stellen seit mehr als sechzig Jahren die Welt auf den Kopf. Die Gesetze der Logik und der Wissenschaft, die unseren gesellschaftlichen Alltag bestimmen, werden darin konsequent außer Kraft gesetzt. Ionesco setzt der erklärbaren Welt ein Universum der imaginären Lösungen entgegen, eine Nonsens-Welt, bevölkert von (alb-) traumhaften Gestalten. Metaphyischen Schrecken kombiniert er dabei mit konsequenter Albernheit.
Ionescos große Dramen, wie "Die Stühle" oder "Die Nashörner", bilden heute weltweit immer noch einen festen Bestandteil der Theater-Spielpläne. Weniger bekannt ist, dass Ionesco auch ein Meister der kleinen Form war, der eine Vielzahl von Kurzdramen und Einaktern hinterlassen hat.
Sie zeugen von der zutiefst komischen Hilflosigkeit des Menschen angesichts der Unerklärlichkeit des eigenen Daseins und bieten jede Menge schauspielerische Herausforderungen. Zeit für den dritten Jahrgang der Schauspielabteilung der ADK, sich dieser Begegnung mit dem Klassiker des absurden Theaters zu stellen!
Den Wortkaskaden Ionescos setzen die jungen Akteur*innen dabei in der Regie von Christian von Treskow und unter Anleitung des Schauspielers und Biomechanik-Experten Tony De Maeyer einen dynamischen Bewegungsfuror entgegen, der sich irgendwo zwischen Tanztheater, commedia dell'arte, Expressionismus und Sport bewegt. Ein unterhaltsamer und im besten Sinne komisch-beklemmender Abend.